Uff - warum müssen eigentlich Burgen immer über steile und steinige Wege erreichbar sein?

 

Es war heiß, Mr. Bergfreaks Zunge schrammte schon fast am Schotterweg und ich sah aus als wäre ich frisch geduscht und hatte die Tomatenröte im Gesicht.

 

So ein Mist aber auch - Umkehren macht auch keinen Sinn und somit quälten wir uns weiter über Stock und Stein um endlich die wohlverdiente Abkühlung in Form eines kühlen Getränkes zu bekommen, weit kann es ja nicht mehr sein - es roch ja schon verlockend nach leckerem Südtiroler Speck...

 


Das Gebiet rund um Eppan ist nicht nur das größte Weinbaugebiet Südtirols sondern hat auch sehr viele sehenswerte Bugen und Schlösser.

 

Wir wollten auf unserer Wanderung drei davon auf einen Streich besuchen und somit starteten wir unsere Tour in Missen unterhalb der Kirche vom dortigen Parkplatz.

 

Ein kleines Stückchen führte uns unser Weg auf der Straße durch das beschauliche Örtchen bis wir auf den Wegweiser "Eppaner Burgenweg" trafen und diesen dann auch entlang der Straße folgten.

 

 

Die Aussicht über das Etschtal über Bozen bis hin zum Schlern ist schon einzigartig und auch die Eindrücke welche wir am Weg sammelten erfreuten unsere Wanderseele. Nach gut 30 Minuten kamen wir am romantischen Schloßhotel Korb vorbei. Am liebsten hätte ich hier schon die erste Rast eingelegt, denn auf der Straße war es trotz früh am Vormittag schon richtig heiß, ja es war Sommer.

 

Diese Katze genoß den Schatten - wie recht sie hatte !


Schloß Korb - heute ein 4****s Hotel welches nun sicherlich auf unserer Liste steht. Schon alleine wegen den vorhandenen Hundepool!

 

Nach gut 300 m folgten wir wieder der Beschilderung "Burgenweg" welcher uns mitten durch die Weinberge von Südtirol führte.

 

Ich war froh, als wir endlich den schattenspendende Laubwald erreichten. Nichts desto trotz wurde es mir dort auch nicht kühler, denn es ging von hier an steil nach oben. Uff - war das eine Hitze. Mr. Bergfreak war auch nicht erfreut das es immer wärmer und wärmer wurde und somit bahnten wir uns unseren Weg langsam aber stetig hoch zum Schloß Boymont.

 


 

Hoamelig und gemütlich zeigte sich der bewirtschaftete Innenhof des Schlosses und der Biergarten lud uns zum kurzen Verweilen und einen erfrischenden Getränk ein.

 

Rustikal in Tonbecher serviert war das die beste Apfelschorle welche ich jemals getrunken hatte und Mr. Bergfreak bekam auch eine Erfrischung sehr rustikal im Ritterstil serviert. Alle schlabberten wir unsere Erfrischungsgetränke und genossen die Ruhe und Aussicht des fantastischen Biergartens bis ich ein Schild mit der Aufschrift "Burgfried" im Innenhof erblickte.

 


 

Über zig Stufen führte mich mein Weg höher und höher und ich war wirklich sehr gespannt, wo ich hier den Ausstieg wieder fand. Es war schon recht abenteuerlich - die Stufen steil und schmal, enge Gänge und einen Durchblick über 4 Etagen zurück ins Erdgeschoß; zum Glück bin ich schwindelfrei.

 

Aber die Indoor-Turm-Kraxelei hat sich wirklich rentiert. Der Ausblick vom Burgfried sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen. Wenn man schwindelfrei ist, ist es ein Genuß diesen Turm zu erklimmen und den Blick von hier oben auf die Dolomiten, die Ötztaler Alpen, auf Bozen und auch zum nächsten Ziel, der Burg Hocheppan zu genießen.

 



 

Wieder festen Boden unter den Füßen führte uns der Weg wieder etwas zurück um den Burgenweg weiter zu gehen zu unserem Mittagsziel der Burg Hocheppan.

 

Erst wieder stetig bergauf, dann über eine offene und steile!!! Treppenkonstruktion abwärst in die wasserführende Schlucht.

 

Und wie es so in den Bergen ist, was man auf einer Seite runterläuft, muß man auf der anderen wieder hoch, jedoch warum ausgerechnet so steil - es war mindestens 36 Grad heiß und jeder hechelte nach Atem. Aber unser Ziel war vor Augen und es duftete einfach verführerisch nach leckerer Südtiroler Küche.

 


 

Die Burg Hocheppan erreicht man über eine große Holzbrücke. Ich fand die Schweine im Burggraben wirklich lustig zum ansehen jedoch mein Bäuchlein schrie nach Nachschub und somit betraten wir dieses wundervolle erhaltene und charmant eingerichtete Burg zur Mittagsrast.

 


 

In der Burgschänke ist für das Leibliche Wohl nach diesem Anstieg bestens gesorgt. Im mittelalterlichen Ambiente kann man hier die Südtiroler Küche ins besondere Knödel aller Art im Freien genießen. Aber auch die typischen bodenständigen Tiroler Gerichte wie Gulasch, Pasta, Polenta oder eine Jause findet man hier auf der Speisekarte.

 

Wir gönnten uns ein leckeres Mittagessen in Form Südtiroler Bergnudeln (Pasta mit Tomatensoße, Erbsen, Schinken mit mega Parmesan) und einem für mich kühlenden Joghurt mit frischen Erdbeeren.

 



Gut gestärkt machten wir uns wieder an den Abstieg denn die Temperaturen waren mittlerweile mörderische heiße 38 Grad.

Über den Fahrweg gelangt man in gut 25 Minuten an eine Gabelung von wo es noch 30 Minuten durch die Weinberge nach Missan ist.

 

Gefühlt war mein Gesicht mindestens so rot wie die Mohnblumen am Wegesrand. Kein Wunder, daß hier ein leckerer und sehr g'schmackiger Wein reift, denn Sonne und Wärme gibt es hier wirklich für die Trauben genug.

 


Der Bergfreaks-Tipp

Auch die Burgkapelle auf Burg Hocheppan ist einen Besuch wert.  Aufgrund der dortigen gut erhaltenene Fresken wird diese auch liebevoll "Sixtinische Kapelle der Alpen" genannt.

 

Die Burgkapelle kann im Rahmen einer Führung täglich um 11.00, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr besichtigt werden.


Tourendaten

leichte Wanderung von Missan

Strecke ca. 7 km, 415 Hm

Dauer ohne Einkehr 2,5 Stunden

 

Mit Hund empfehle ich diese Wanderung nicht im Sommer zu unternehmen, zumindest nicht an heißen Tagen so wie wir einen hatten. Für Hunde ist diese Tour anspruchsvoll! Die Treppen sind sehr steil, schmal und offen und der Hund sollte unbedingt das "hinten" gehen beherrschen. Ebenfalls sollte genügend Wasser für den Hund mitgenommen werden. Wir hatten 2 Liter dabei und diese wurden dringend gebraucht.

 

Im Herbst wenn die Weinberge ihre Färbung erlangt haben ist diese Wanderung sicherlich für Mensch und Hund ein Genuß. Einkehrmöglichkeit auch hier gegeben und sicherlich ist die eine oder andere Weinprobe garantiert.

 


Dieser Beitrag basiert auf einen privaten Aufenthalt in den Schloß Boymont und Burg Hocheppan.

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