Das ich ein 100 %-iger Dolomitenfan bin weis in meinen Freundeskreis mittlerweile schon jeder. Diese zum Teil aggressiven Gebirgszüge, dann wieder die sanften Almen, die Alpenflora und das tolle griffige und feste Gestein zogen mich schon als Kletterin in ihren Bann.

 

Durch Mr. Bergfreak wurden jedoch meine Kletterseile und Haken gegen Wanderschuhe, -Rucksack und Hundezuggeschirr getauscht und ich bereue keine Sekunde, dass ich diesen Schritt gemacht habe.

 

Mein großer Traum war es schon, als er noch ein Welpe war, einmal mit ihm vor den 3 Zinnen zu stehen. Im Sommer 2018 war es dann endlich soweit...

 


u n e s c o   w e l t k u l t u r e r b e

Der große Auftritt einer einzigartigen Landschaft

 

Als ich früh morgens aus dem Fenster unseres Quartiers  blickte traute ich meinen Augen nicht. Keine einzige Wolke war am Himmel, die Sonne machte sich auf den Weg über die hohen Dolomitengipfel und die Temperaturen waren angenehm für einen Sommertag im Juli.

 

Wir packten unsere 7 Sachen und machten uns auf den Weg über den "Passo Lagazuoi" Richtung Cortina d Ampezzo.

 

Gleich auf Passhöhe mußte ich stoppen. Die mächtige Marmolada begrüßte mich mit ihren Gletschern in der Morgensonne und die verträumte Stimmung und diese Ruhe auf meinen Weg liesen mich Gänsehaut bekommen.

 

 

Über den romantisch gelegenen Misurina-See ging unser Weg weiter zur Mautstrasse hoch zu den 3 Zinnen.

 

 

Für 30,00 € pro PKW kann man da ganz entspannt hochfahren. Zähneknirschend bezahlte ich diese Wuchermautgebühr und fuhr bis zu der Auronzo-Hütte wo der Parkplatz bereits morgens um 8 Uhr gerammelt voll war. Ich fühlte mich in meiner Entscheidung bestätigt, denn eines war klar, bei diesen Kaiserwetter ging es spätestens gegen 10 Uhr hier oben zu wie am Münchner-Stachus.

 

 

Ich war hier schon einigemale oben, jedoch immer und immer wieder bin ich von dieser Schönheit welche diese Bergformationen ausstrahlen fasziniert. Andächtig, ruhig und völlig entspannt gingen wir unseren Weg in diese umwerfende Landschaft hinein.

 


 

Zugegeben, viel Gras wächst hier nicht mehr, jedoch selbst in den bischen grün findet man eine Unzahl an Bergblumen die mit ihrer Farbe hier noch auffälliger sind als auf den Almen.

 

Ich war froh, daß der Weg hier gerade und nur mässig steigend war, denn es gab hier für mich so viel zum sehen, dass ich selbst  "Hans-Guck-in-die-Luft" Konkurrenz machte.

 

 

So verträumt auf meinen Weg war ich überrascht schon bei der Lavaredo-Hütte angekommen zu sein.

 

Dort hatten wir die Wahl zwischen den schnellen steileren Anstieg oder den moderat weiterführenden breiten Schotterweg. Wir gingen rechts hoch den schnelleren Weg und standen nach gut 20 Minuten zwischen den endlos vielen Steinmännchen und hatten den Blick frei auf die Wände der 3 Zinnen.

 

Was für ein Anblick !

 


 

Zu Mr. Bergfreak's Freude fanden wir dort sogar noch einen kleinen Schneereste. Somit war eine mini Schneeballschlacht noch Pflicht auf unseren traumhaften Panorama-Weg mitten im Juli.

 

Über Geröll und Schotter ging es weiter Richtung 3 Zinnenhütte. Der Anblick dieser 3 Felsbrocken mitten in der Landschaft war für mich wieder mal so beeindruckend, dass mir doch in der Tat ein Tränchen aus dem Auge lief.

 

 

Da stand ich nun, andächtig - mit den Tränen in den Augen und konnte mich einfach nicht von diesen wundervollen Anblick trennen. Nur 3 Steine - mit soviel Ausstrahlung, Charakter - erhaben stehen sie da und ziehen tausende Besucher in ihren Bann.

 

Immer wenn ich vor so einem gewaltigen Massiv stehe, merkt man eigentlich wie klein der Mensch doch ist. Wie eine Ameise krabbeln wir auf diesen Bergen umher, ein kleines Nichts was hier nur sein kurzes Gastspiel gibt.

 

 

Ich hätte hier Stunden bleiben können, jedoch die Zeit ist gnadenlos in den Bergen und es wurde langsam warm und von der Weite hörte ich schon, dass die Besucherzahl auf dieser Tour schlagartig zunehmen würde. Somit gingen wir weiter und kamen zügig bei der 3 Zinnenhütte an.

 

Was für ein Panorama. Der Paternkofel welcher einen sehr schönen gemütlichen Klettersteig aufweist, die 3 Zinnen, die Kirche und die Hütte - einfach traumhaft am frühen Morgen. Die Lage der Hütte auf 2.405 m am Toblinger Riedel ist schon was besonderes, deshalb schätzen viele Kletterer und Bergsteiger dort die Übernachtungsmöglichkeiten.

 

 

Wir stiegen nun erstmal ab zu den malerischen Bödenseen (2.335 m) unterhalb des Paternkofels. Hier war von den vielen Turnschuhtouristen nichts zu sehen und wir fanden eine idyllische Bergwiesen und Morenlandschaft mit laut pfeiffenden Murmeltieren vor.

 


 

Dieses wundervolle Hochplateau lies mich ebenfalls nicht mehr los. Der dortige Boden war für Mr. Bergfreaks Pfoten nach der im Aufstieg gegangenen Schotterpiste die reinste Wellnesoase.

 

Ich fühlte mich so frei - so unbeschwert und hungrig. Mutterseelen alleine sassen wir hier und machten ausgiebig Brotzeit, genossen das Panorama und das Pfeiffen der Murmeltiere welche ziemlich frech vor unserer Nase umher sprangen.

 


 

Ein Jammer denn uns drängte schon wieder die Zeit. Es war schon fast Mittag als wir wieder bei der 3 Zinnenhütte ankamen. Aus unserer Ruheoase kommend war es dort nicht mehr angenehm. Menschen über Menschen und ich beschloss sofort wieder abzusteigen und uns auf den Rundweg zur Langalmhütte zu machen.

 

Jedoch ein letzter Genuß-Blick mußte einfach sein!

 

 

Als ich so da sass, kam mir die Höhe dieser Schönheiten in dem Sinn. Wenn ich so darüber nach denke, bin ich gegen die Kleine Zinne (2.857 m), der Großen Zinne (2.998 m) und der Westlichen Zinne (2.973 m) ein kleines Zwergerle.

 

Ich machte mich dennoch auf den Weg diese Größen zu umrunden.

 

Moderat geht auch hier der Weg mal abwärts mal aufwärts. Mit der Zeit änderten sich die Bergformationen. Mit den 3 Zinnen im Rücken ging es landschaftlich dennoch keines Falls unattraktiver weiter.

 

 

Nach ca. 1 1/2 Stunden hatten wir unseren Parkplatz wieder vor Augen und waren fix bei unserem Auto. Als ich dort ankam stellte ich allerdings fest, das ich was verloren hatte: ein Stücker'l von meinen Herzen blieb hier auf den Weg - und ich weis, ich muss es unbedingt wieder finden.

 


Gehzeit 5 Std., Weglänge 9,5 km (mit Abstecher Bödenseen ca. 10,5 km), 400 hm (550 hm)

Wegweiser: 101, 105, Dolomiten Höhenweg Nr. 4

Schwierigkeiten für den Hund : Keine, evtl. Pfotenschutz auftragen!

 

Geht man zeitig am Morgens los, so ist es Genuss pur, ein landschaftliches Highlight in den Dolomiten!

 

Mautgebühr pro PKW 30,00 €

 

 

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