Auf unserer Wanderung nach KLEIN TIBET wurden wir von Landschaft und dem Buddhismus verzaubert.

 

Alle paar Meter werde ich auf die harte Probe gestellt, ob wir auf einer der unzähligen Holzbänke ausrasten und  die fantastische Aussicht  genießen wollen verbunden mit den vielen Lebensweisheiten welche an den Felswänden  angebracht sind und zum Nachdenken anstoßen sollen.

 

Am Ende des Sees wartet eine kleine Steinhütte mit wehenden bunten Fahnen auf uns. Die einzigartige Landschaft mitten in Tirol ist karge. Als wir an den Gebetsmühlen vorbei gingen fühle ich eine Kraft welche mir sagt: Du bist an einem magischen Ort - Willkommen in KLEIN TIBET.

 


 

Manchmal frage ich mich wirklich "warum denn in die Ferne reisen wenn das Gute liegt so nah?"

 

Tibet soll also im Zillergrund liegen, ein Seitental des Zillertals, gut Erdkunde war noch nie meine Stärke, jedoch dieser Sache mußte ich auf den Grund gehen.

 

 

Von Mayrhofen aus sind es nur ein paar km bis man auf die Mautstraße "Zillergrund" kommt. Hier kostet die Maut pro PKW 8,00 €.

 

Wir starteten schon früh am Morgen, denn für das Tal gilt die "100 Auto-Regelung". Diese besagt, zwecks der Luftreinhaltung dürfen am Tag nur 100 PKW's bis zum Talschluss fahren. Für alle anderen fährt stündlich der Bergsteigerbus von Mayrhofen aus in den Zillergrund.

 

Wir fuhren also gemütlich Morgens um 8 Uhr die Zillergrundstraße und genossen die grandiose Bergwelt welche sich hier Kurve um Kuve weiter offenbarte.

 

Bei der urigen Bärenbadalm war für uns Endstation. Weiter kann man mit dem privaten PKW nicht fahren.

 

Mit dem Rucksack & Stöcke und Mr. Bergfreak im Gespann ging es für mich moderat über Wiesen und Waldwurzelnpfade immer Richtung Staumauer welche schon von weitem zu sehen war und in gut 1,5 Std. über einen Waldwurzelpfad von der Bärenbadalm aus erreichbar ist.

 


 

Irgendwann querten wir die Fahrstraße wo der Pendelbus die nicht so lauffreudigen Wanderer zum Stausee und dem Gasthof Adlerblick brachte und wir standen vor diesem riesigen Bollwerk welches einem fast beim Anblick "erschlug".

 

Als wir oben ankamen traute ich meinen Augen nicht. Gewaltig, wie der Anblick von der Ferne, war diese Staumauer und im Hintergrund standen die 3.000-er Bergschönheiten, Kuchelmooskopf (3.215 m), Zillerspitze (3.092 m), Richterspitze (3.052 m), Schwarzkopf (3.042 m) und die Zillerplattenspitz (3.148 m).

 

Ich nahm mir die Zeit und spazierte ein wenig auf der Staumauer umher und genoß dieses grandiose Panorama und die einzigartige Landschaft welche mit ihrem eigenen Flair dort auf uns wartete.

 

 

 

Mein Weg nach "Klein Tibet" begann durch einen kalten, nassen und stellenweise sehr dunklen Tunnel. Als wir wieder aus diesem "Loch" kamen, offenbarte sich die volle Schönheit dieser Gegend vor mir.

 

Schnell wurde mir klar, warum die Gegend um die Hohenaualm "Klein Tibet" genannt wurde.

 

Tosende Wasserfälle rauschen an einem vorbei, schroffes Gestein, steilaufragende Bergwände und der türkis-grüne Stausee sind die Wegbegleiter nach "Klein Tibet".

 

An Rastmöglichkeiten scheitert es hier nicht. Alle paar Meter stehen hier einladende Bänkle mit den Schildern "Setz di nieda" oder zur Motivation "Das schaffst Du noch". Fast eben bis auf eine kleine Steigung ist der Weg zu unserem Ziel.

 


 

Tibetische Gebetsfahnen flattern am Weg, in Stein verankerte Tafeln mit Weisheiten des Dalai Lamas vesetzten mich in einen außergewöhlichen Zustand, nachdenklich, entspannt und neugierig auf das "Kleine Tibet".

 

Schon von weitem sahen wir bunte Fahnen die uns in den tibetischen Farben (rot, grün, gelb, blau & weiß) entgegen flatterten. Holzbuchstaben sagen mir : "Du bist angekommen in Klein Tibet".

 

 

Wow - an was für ein wundervoller Ort sind wir hier gelandet? Pferde, Kälber, Hühner & Schweinchen laufen hier kreuz & quer, ein Wasserrad plätschert am Bach und als "Willkommenstrunk" gab es frisches Bergquellwasser.

 

 

Über kleine Terrassen kommt man vorbei an den Gebetsmühlen zur Hohenaualm. Vorsichtshalber drehte ich nicht an diesen, denn ich wußte nicht genau, welche Richtung das richtige Karma verbreitet. Als wir auf der Terrasse ankamen, wurden wir freundlich von den beiden Alm-Mädels und von der Almhündin begrüßt.

 

 

Andächtig und emotional berührt bleibe ich hier erst einmal stehen und lass diesen Flair von Gemütlichkeit und Gastfreundschaft auf mich wirken. Hier ist die Welt für mich noch in Ordnung - ein besonderer Platz welcher Ruhe & Frieden ausstrahlt.

 


 

Auch der Toilettengang war überraschend. Abseits stand ein kleines Toiletten-Häuschen von dem man wirklich eine beeindruckende Aussicht hat. Ich möchte fast behaupten, hier hat man die schönste Toilettenaussicht des Zillertals - ja es ist wirklich eine Herzenssache das stille Örtchen mal aufzusuchen.

 

 

Wohl gestärkt mit 2 Nuss-Schnapserln machten wir uns wieder auf den Rückweg zur Staumauer welche wir in gut 1 Stunde wieder erreichten.

 

Als wir wieder über unseren "Trampelpfad" bei unserem Auto ankamen roch es in der Bärenbad Alm verlockend nach Kaffee & Kaiserschmarren. Somit war der Einkehrschwung auch beschlossen und der Kaiserschmarren dort war wirklich sehr lecker.

 

 

Anfahrt:

Von Mayrhofen bis zur Bärenbadalm verkehrt der Bergsteigerbus von Mayrhofen (Linie 8328) stündlich, ab Bärenbadalm bis zur Staumauer halbstündlich.

 

Die Auffahrt mit dem PKW über die Zillergrund Mautstraße kostet 8,00 €  und ist nur bis zur Bärenbad möglich und bitte die

100 Auto-Regel beachten!

Die Weiterfahrt mit dem Bus zum Gasthof Adlerhorst (Staumauer) kostet hin-u. zurück 5,80 € pro Person, Hunde fahren kostenlos.

 

Daten zur Tour:

Von der Bärenbadalm (1.400m) bis Staumauer = Gasthof Adlerblick (1.900m)

 

hin- und zurück 2 Stunden und ca. 450 hm.

 

 

Vom Adlerblick (1.900m) bis zur Hohenaualm=Klein Tibet (1868m)

hin- und zurück 2 Stunden und ca. 180 hm

Vom Parkplatz Bärenbadalm  bis nach Klein Tibet legt man hin-u. zurück ca.  630 hm auf gut 15 km zurück
(Gehzeit: 4 Stunden)

 

 

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